Mittwoch, 24. November 2010
Es gibt sie also wirklich, die kreischenden und Beine hochkrabbelnden Katzen. *g*
Da hier die Verwunderung laut wurde, wie das bei uns so funktioniert wie es funktioniert und auch anderorts ich drum gebeten wurde, noch mal was dazu zu schreiben, mach ich das jetzt.
Vor allem, da nun auch noch das Wort “Zwang” in einer Kritik verbaut wurde.
Ich versuche mich kurz zu fassen, aber ich fürchte, das wird nichts. *g*
Wir haben hier natürlich auch rumwuselnde Katzen am Anfang gehabt, und auch gemaunzt wurde am Anfang. Aber wir hatten gute Grundvoraussetzungen: Es wurde nicht geschrieen, nur mal gemaunzt, wenn es zu lange dauert und auch sonst setzten sie sich gerne mal irgendwo (!) wartend hin.
Ansonsten hat katz’ auch hier anfangs noch aus einem Napf gefressen, dann als es zwei Näpfe gab, gerne mal die Näpfe getauscht. Unsere Jungs sind nämlich insofern seeehr sozial, als dass sie sofort vom Napf weg gehen, wenn sich der andere zwischen den Kopf und dem Napf schiebt.
Glück hatte der Zurückgedrängte, wenn im anderen Napf noch was drinnen war und er dorthin wechseln konnte.
So ganz passte mir das nicht. Als wir es dann mit breiigem Kot zu tun hatten und ich befürchtete, dass der eine Futter X nicht so recht verträgt und der andere wiederum Futter Y nicht, dachte ich, ich müsste mir was einfallen lassen, falls wir sie doch mit unterschiedlichem Futter mal füttern müssen (im Übrigen waren die Mac’s Sorten mit Reis dran Schuld und das getreidehaltige TroFu, dass es hier als Leckerlie gab). Und überhaupt: Getrennte Näpfe erleichtert die Medikamentengabe ungemein. Als Pepper nun sein Medikament wegen der Atmung bekam, mussten wir nicht riskieren, dass das über das Futter geträufelte Medikament doch von Filou auch gefressen wird.
Wie haben wir ihnen nun ihre Plätze und ihre Näpfe zugewiesen und sie zum stillen Warten gebracht?
Das ist alles irgendwie miteinander verbunden und war ein fließender Übergang.
Prinzipiell habe ich kein Futter runtergestellt, wenn rumgemault wurde. Ich hab also das Futter zubereitet (ich matsche viel mit Wasser, weil die Jungs nicht wirklich trinken, das dauert dann halt mal etwas länger) und wenn rumgemault wurde, hab ich damit aufgehört. Wurde tatsächlich mal geschrien, bin ich gar wieder aus der Küche rausgegangen und hab einfach aufgehört das Futter fertig zu machen. Habe ich mich mit Näpfen in der Hand umgedreht (ich steh beim Zubereiten mit dem Rücken zu den Napfunterlagen), wollte grad runterstellen und die fingen an zu kreischen, hab ich mich eben wieder um gedreht, die Näpfe auf der Anrichte abgestellt und gewartet, bis Ruhe ist. Ich wollte halt niemals solches Verhalten mit der Futtergabe auch noch bestärken. Wir haben gerade in der Küche hin zum Nachbarn sehr dünne Wände. Nach Futter kreischende Katzen kommen da nicht gut. Ergo wurde solch unerwünschtes Verhalten nicht auch noch belohnt.
Wir hatten binnen weniger Tage Ruhe.
Gut, wir hatten hier keine Extrem-Kreischer und Beinhochkrappler. Hätten wir letzteres gehabt, hätte ich sie vom Bein abgepflückt, eventuell “angefaucht” (wir pusten sie an, wenn sie unerwünschtes Verhalten zeigen, weil das als Fauchen verstanden wird), runtergesetzt und eben erst das Futter gegeben, wenn katz’ mir nicht mehr ans Bein geht. Auch hier wieder das gleiche Prinzip: Keine positive Resonanz auf’s Beinhochkraxeln.
Fragt sich dann nur, wer den längeren Atem hat. *g* Ich kann nicht sagen, ob das auch bei Extremfällen fruchtet, wir hatten da sicher bessere Grundvoraussetzungen, so konnte ich das hart durchziehen: Denn irgendwann (ziemlich schnell) haben sie nachgegeben und bekamen so natürlich auch ihr Futter, ohne Hungern zu müssen.

Die Sache mit den getrennten Näpfen war dann schon … schwieriger. *g*
Anfangs saß Filou hinten beim Stühlchen. Das ging gar nicht, der kam fast immer sofort nach vorne zu Pepper an den Napf (der eben gleich um die Ecke bei der Tür saß). Immer wieder ging der Blick zu Pepper und dann wanderte er. Pepper war da genügsamer, der fraß erst mal ‘ne Weile bei seinem Napf und ging erst dann nach hinten zu Filou.
Also hatte ich das beim nächsten Mal getauscht: Filou nach vorne, Pepper nach hinten. Das klappte.
Naja … fast zumindest. *g*
So fraß erst mal jeder eine Weile an seinem Napf und irgendwann wanderten sie dann wieder. Ich dachte, der Blickkontakt wäre schuld (sie schauen sich selbst heute noch beim Fressen immer mal wieder an – inzwischen bleiben sie dann aber bei ihrem Napf) und dass sie zu dicht beieinander saßen (beide Unterlagen waren dichter beieinander). Also hab ich die auseinander geschoben und den blauen Eimer dazwischen gestellt. ^^ Na, das war ein Schuss in den Ofen, da hat dann einer gar nicht mehr gefressen.
Also Eimer wieder weg und mich dazwischen gesetzt. Aber nicht auf die gleiche Seite, sondern gegenüber, so dass quasi meine Beine dann zwischen den Napfunterlagen war – Blickkontakt also noch möglich war. Das klappte wunderbar. Wer meinte zum anderen zu gehen, wurde eben wieder umgesetzt. Immer und immer wieder mit einem Nein vom “fremden” Napf gehoben und vor den eigenen Napf gesetzt. Merkte ich, dass Pepper an Filou nur vorbei wollte, weil er fertig war, durfte er das natürlich. Machte er anstallten, an Filous Napf zu gehen (der dann eben nicht mehr gefressen hätte
), schnappte ich ihn mir und setzte ihn um. Wenn Filou fertig war, ging der ja in die andere Richtung raus aus der Küche. Zu Pepper war ja Sackgasse. Ich weiß nicht, wieviele Tage das spielchen ging, aber sie hatten es insofern irgendwann kapiert, als dass ich nicht mehr da sitzen musste. Ich konnte dann auch irgendwann weggehen. Filou hatte es so verinnerlicht, dass der gar nicht mehr an Peppis Napf ging. Er fraß sich satt, stand auf und ging aus der Küche oder setzte sich an die Tür und began mit dem Putzen. Super. *g*
Peppi war da … sturer. -.- Der ging dann irgendwann, wenn er eine Weile gefressen hatte immer noch mal an Filous Napf. Wenn Filou fertig war, war das ja prinzipiell kein Problem. Aber ich wollte das trotzdem mal probieren in aller Konsequenz durchzuziehen: Ich setzte ihn also immer und immer wieder um, bis er dort eben nicht mehr dran ging. Irgendwann reichte dann auch ein leises langgezogenes “Neeeeeein!”, wenn man sah, dass er sich drauf zu bewegte und er ging dann wieder an seinen Napf, oder lief eben mit laaaaaaaangem Hals zum Napf hin dran vorbei und raus aus der Küche. *gg*
Wir sind inzwischen soweit, dass Pepper es gar nicht mehr versucht, wenn einer von uns dabei steht. Er frisst gut an seinem Napf, bis er satt ist und geht dann raus. Wenn wir während dem Füttern nicht mit in der Küche wären, würde ich aber meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass er nicht doch wieder irgendwann an Filous Napf sitzt. ^^
Daran können wir aktuell nicht verfeinernd arbeiten, weil wir ja durch’s barfen mit geschlossener Küchentür die beiden füttern und sowieso dabei bleiben (also einer von uns ^^). Ich hab hier schon Fleischstücke in Sicherheit bringen sehen. Ich muss das nicht im Wohnzimmer haben, an Stellen, wo ich es dann irgendwann nur durch den Geruch wiederfinde. ^^
Aber es funktioniert super, wenn wir dabei sind. Das ist doch auch was. *g*
Soweit zum abgewöhnen vom Rumgemaunze und dem Beibringen der getrennten Futternäpfe.
Warum sitzen sie nun, wie sie sitzen?
Dazu hat ja det Siamschn schon was in den Kommentaren geschrieben – aber das klingt so rabiat und erklärt auch nur die Hälfte. *g*
Das lief ähnlich ab, wie beim Clickern: Sie haben uns ein Verhalten angeboten und wir haben es belohnt. Ich wollte sie ursprünglich nur ruhig und nicht an mir kleben haben. Irgendwann merkte ich, dass sie sich prinzipell immer hinsetzten, wenn ich das Futter zubereitete. Das habe ich belohnt, in dem ich ihnen genau in dem Moment das Futter runterstellte und beide lobte. Das sitzen an sich wurde also positiv bestärkt. Wenn sie irgendwann mal nicht saßen, wartete ich ab, bis sie saßen und belohnte dann wieder diese Handlung mit Runterstellen und ruhig und sanft ausgesprochenem Lob (Feeeeeein! Ja gaaaanz feine Jungs seid ihr. *quietsch*… *lol*). Bei Pepper war das super, der saß von anfang an auf dem Stuhl. Das war also sein Angebot und er wurde da nie zu irgendwas gezwungen. Ich hab ihm nur gezeigt, dass mir das, was er mir da anbietet, echt total gut gefällt. *g* Filou war da etwas schwieriger, der saß wie hier im Bild mal rechts, mal links, mal davor, mal drauf, mal weiter weg von seinem Plätzchen (sie wussten ja inzwischen schon mal beide, wo die Näpfe immer hin kommen, daher setzten sie sich natürlich auch genau dort in die Nähe). Das darf er, ist okay. *g* Nur wenn er sich genau neben meinen Beinen setzte oder mir gar halb auf dem Fuß saß, blieb ich stur. Und “erklärte” ihm das auch: Sitzen ist toll, aber bitte nicht an mir klebend sitzen. Das mag ich nicht, weil ich das Gefühl hab angebettelt zu werden und der Eindruck bei mir entsteht, dass ich gefälligst hinne zu machen hab. Meine Worte haben natürlich nicht gefruchtet, wohl aber, dass ich ihn eben genauso zurück angestarrt habe, wie er mich anstarrte und das Futter nicht rausrückte (Wooo sitzt du? Neee, hier nicht … Wooooo?). Er setzte sich dann irgendwann freiwillig eben um und zack, genau DAS wurde dann sofort auf der Stelle belohnt, in dem ich das Futter runterstellte und wieder übereifrig lobte (man hatte ich ein Glück, dass Pepper während dessen ganz geduldig auf uns auf seinem Stuhl wartete!).
Ich weiß nicht, wann ich die Frage “Wo sitzt ihr?” mit einfließen lassen hab. Ich meine seit ich wusste, dass sie sitzend warten, während ich das Futter zubereitete. Immer und immer wieder hab ich’s gefragt, bis sie saßen. Dass der eindeutige Bezug zwischen dieser Frage und dem Futter inzwischen hergestellt ist, merke ich da dran, dass ich auf dem Weg zur Küche, noch im Wohnzimmer diese Frage stellen kann und die beiden in die Küche flitzen … und sich hinsetzen, wo sie hingehören. *g*
Gerade das sitzen geschah nie mit Zwang. Wer es sehr eng sehen möchte, kann natürlich das ständige Umsetzen an den richtigen Napf als Zwang ansehen
– das hinsetzen vor dem Füttern an sich war es niemals! Ich hab sie nicht platziert, wo ich sie hin haben wollte, oder gar mit dem Hintern runtergedrückt.
Sie haben mir etwas angeboten und ich habe es mit sehr viel Dank angenommen.
…