Donnerstag, 16. April 2009
Oh man … ich schick’s nun doch ab. Achtung … für Faule: Es wird lang … sehr lang. *g*
Und ich kann nicht mal versprechen, dass sich das Lesen überhaupt lohnt.
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Da lebt ein Volk unter einer Glaskuppel. Dessen gesamte Welt befindet sich unter dieser Glaskuppel. Sie beschützt das Volk vor der Luft, die sich außerhalb dieser Glaskuppel befindet und tödlich für jeden Einzelnen wäre. Ansonsten besteht die Welt des Volkes hauptsächlich aus Wasser … überall findet man kleine Gebäude aus Glas, ob das nun ein Wohnhaus ist, die Schule, ein Einkaufsladen …, die auf dem Wasser zu schweben scheinen.
Was ist das für ein Volk? Es ist ziemlich menschenänhlich, besitzt allerdings Flügel. Nicht so kitschige Elfenflügel … die gehen eher in Richtung Ikarus-Flügel.
In der Schule kann man beobachten, wie so langsam alle Platz nehmen. Sie setzt sich neben den Neuen – obwohl er so neu gar nicht ist, man kommt nur irgendwie kaum an ihn ran. Sie weiß lediglich von ihm, dass er jeden Tag nach der Schule in diesem Raum bleibt und irgendwas am Rumhantieren ist – mit Elexieren, Zaubertränken oder irgendso ein Gedöns. Im Nacken spürt sie den Blick von dem kleinen hässlichen Gnom, der nur ein paar Tische schräg weiter hinter ihr sitzt.
Man hört sie seufzen – auch der Neue hört es. Der fragt sie prompt, warum sie ständig auf Schritt und Tritt von diesem Gnom verfolgt wird. Überrascht darüber, dass sie von ihm angesprochen wird, erwidert sie lediglich, dass das eine lange Geschichte sei.
Damit gibt er sich zufrieden, der Unterricht fängt eh gerade an. Am Ende des Schultages, der Lehrer ist kurz davor, die letzte Stunde zu beenden, meldet er sich und merkt an, dass er Hilfe bei dem bräuche, was er Nachmittags tut. Er möchte ihre Hilfe. Ohne zu erklären warum, oder ihr eine Chance zu lassen zu zusagen, oder eben nicht, erklärt der Lehrer sich damit einverstanden. Sie ist leicht irritiert, hat das Gefühl, sie hätte gerade eine Runde Nachsitzen aufgebrummt bekommen, ohne irgendwas getan zu haben.
Sie warten, während rund herum alle ihre Sachen einpacken und aus dem Raum hinausströmen. Einzig der Gnom lässt sich beim Einpacken lange Zeit. Irgendwann jedoch merkt er, dass das nichts bringt und auch er verlässt den Raum. Natürlich nicht, ohne ihr vorher noch einen misstrauischen Blick zu zuwerfen.
Nachdem der Neue irgendwas vor sich hergeflüstert hat, fragt er sie nochmals, warum der Gnom so ein Theater um sie macht. Sie zuckt kurz mit den Schultern und beginnt dann allerdings doch zu erzählen.
Der Gnom gehört zu einer Familie, die schon seit Jahren mit ihrer eigenen eng befreundet ist. Die Väter sind Geschäftspartner – wie das eben so üblich ist. Der Gnom hat noch einen Bruder, der das genaue Gegenteil von ihm ist. Groß, gut gebaut, … hübsch halt. Noch weit vor ihrer Geburt wurden der Bruder und sie einander versprochen. Aber wie das eben typisch bei solchen Geschichten ist – es klappt nie so wie die Väter es gerne hätten. Zwischen ihren beiden Kindern entwickelten sich nie Gefühle, die über eine tiefe Freundschaft hinaus gingen. Für die Kinder war das gut so … bis er sich im vorangegangenen Schuljahr in ein anderes Mächen verliebte. Die einzige Chance, mit diesem zusammen sein zu können, war es dem Land, seiner Familie und seiner besten Freundin – ihr – den Rücken zu kehren. Mit dem anderen Mädchen hätte er sich nie vor seinem Vater blicken lassen brauchen. Sie ermunterte ihn zu gehen und das Land zu verlassen … sonst wäre er nie frei. Und er sollte glücklich sein. Beide hatten dabei jedoch nicht bedacht, dass der Vater über den Weggang seines Sohnes so erbost war, dass er darauf bestand, dass an die Stelle seines ältesten Sohnes nun sein Jüngster treten sollte – der Gnom. Und damit war ihr Schicksal besiegelt. Seit dem klebt ihr dieser lästige kleine Schatten am Rockzipfel und lies sie kaum aus den Augen, zu scharf war er auf dieses Ehebündnis, zu scharf auf sie, als dass er zulassen konnte, dass sie sich ebenso wie sein Bruder andersweitig orientieren könnte.
Nachdem sie erzählt hat, wird es still – der Neue hat dazu auch nichts mehr zu sagen. Nuschelt lediglich vor sich hin, dass sie so – in der Zusammenarbeit mit ihm – wenigstens in Zukunft die Nachmittag ihre Ruhe habe.
Sie will es bei dem Thema belassen und ist nun viel mehr daran interessiert, was er hier jeden Nachmittag eigentlich veranstaltet. Glas wolle er erschaffen, antwortete er knapp. Sie ist verwirrt. Glas? Im gesamten Land gibt es Glas en masse – warum sollte er gerade welches neu erschaffen wollen? Sie versteht nicht wirklich und er scheint sie für den Moment auch nicht weiter darüber aufklären zu wollen. Statt dessen stellte er schweigend den Kessel auf eine Feuerstelle und sämtliche andere Utensilien bereit auf den Tisch. Sie schaut ihm zu, während er werkelt. Hier und da erklärt er ihr, warum er wie was tut. Welche Substanzen wie miteinander reagieren. Warum man bei anderen aufpassen sollte, wieviel man davon hinzu gibt. Aber niemals erklärt er, wozu er Glas mittels Zaubertränke erschaffen möchte.
Als langsam der Nachmittag in den Abend übergeht, beschließen beide, dass es für heute genug ist. Sie versucht die Tür des Klassenzimmers zu öffnen und haut selbige fast dem Gnom vor den Kopf. Sie ist erschrocken darüber, dass er tatsächlich noch immer da ist. Erschrocken darüber, was er alles gehört haben könnte. Und doch gesteht sie sich, dass sie doch schon fast erwartet hatte, dass er hier auf sie warten würde. Aber warum war er die ganze Zeit draußen gewesen und hatte nicht wenigstens versucht, sie mit seiner Anwesenheit direkt im Raum zu belästigen?
Am nächsten Tag fiebert sie wieder dem Ende der letzten Stunde entgegen. Freut sich auf die gemeinsame Arbeit mit dem Neuen am Kessel. Freut sich vorallem auf die Ruhe vor dem Gnom. Kurz vor Schulende meldet sich der Gnom plötzlich und merkt an, dass er gerne auch am Experiment mitarbeiten würde. Sie kocht vor Wut. All die Monate versuchte sie ihm gegenüber freundlich zu bleiben, versuchte sich mit ihrem Schicksal abzufinden. So langsam war ihre Geduld am Ende. Noch bevor sie lauthals exploldieren konnte, nahm der Lehrer dem Gnom den Wind aus den Segeln. Die beiden würden bestens zu recht kommen und bräuchten keinen Dritten, schon gar keinen, der meint, manchen Leuten nur am Rockzipfel rum hängen zu müssen.
Sie atmet tief aus, der Neue grinst frech und raunt ihr zu, dass der Gnom nicht mal die Chance hätte, sie auch nur zu belauschen. Er würde, wie er es gestern schon tat, die Tür mit einem Zauber verschließen, so dass selbst die lautesten Geräuschen kein Durchkommen mehr finden würden.
Am Nachmittag machen sie sich wieder an die Arbeit. Vergnügt und bei weitem nicht so konzentriert wie den Tag zuvor. Viel mehr sind sie beschäftigt, sich über alltägliche Dinge zu unterhalten, sich gegenseitig kennen zu lernen. Irgendwann wendet er sich zur Tafel und führt seine Berechnungen fort. Gedankenverloren darüber, dass sie schon lange nicht mehr so angenehme Nachmittage hatte, greift sie in unterschiedliche Schüsseln und Gefäße und fügt den Tränken mehrere Zutaten hinzu. Unkonzentriert – wie bereits erwähnt. Plötzlich brüllt er ihr entgegen, sie solle innehalten. Ihr Reaktionsvermögen ist nicht das beste und er kann sie gerade rechtzeitig vom Kessel wegziehen, bevor dieser mit einem lauten Knall explodiert. Nachdem sich der Rauch von der Explosion verzogen hat, schauen sie sich das Ausmaß dieser an. Überall liegen Glas- und Tonscherben von den Behältern und die Einzelteile des Kessels.
Auf dem Boden entdeckt er plötzlich eine kleine glitzerne Ecke. Erfurchtig hebt er sie auf, starrt sie an und bricht plötzlich in schallendes Gelächter aus, springt auf und tanzt von einem Raum zum anderen. Sie ist fassungslos, denkt, er ist ob der Explosion dem Wahnsinn verfallen. Für sie hält er dort nichts anderes als eine von den vielen kleinen Glasscherben in der Hand. Plötzlich hält er inne, legt die kleine Scherbe weg und läuft langsam zu ihr hinüber. Er zieht sie vorsichtig hoch und fragt sie, während er sie noch immer vorsichtig an den Schultern gepackt hält und sie leicht schüttelt, was sie in den Kessel getan habe. Sie ist noch immer verwirrt. Weiß es nicht mehr und sagt ihm auch, sie könne sich nicht erinnern. Er bittet sie, sich zu konzentrieren und zu überlegen. Ihr bleibt nur, weiterhin den Kopf zu schütteln. Traurig senkt er den Blick, um kurz danach wieder hoffnungsvoll aufzuschauen. Daraufhin macht er sich ans Aufsammeln der zerstörten Gefäße und redet hektisch davon, dass sie schon rausbekommen würden, was die fehlende Zutat war.
Sie begreift noch immer nicht und nun ist es an ihr, ihn an den Schultern zu packen und ihn zu sich herum zu drehen, ihn zu bitten, ihr endlich zu sagen, was hier geschieht. In dem Moment scheint ihm ein Licht auf zu gehen und er begreift, dass sie noch immer ahnungslos ist. Er bittet sie mitzukommen und gemeinsam verlassen sie das Schulgebäude. Nur am Rande bemerkt sie, dass der Gnom diesmal nicht vor der Tür wartet und nimmt dies mit einem Lächeln wahr. Draußen angekommen erklärt er ihr, dass ihr Ziel der Himmel wäre … er möchte ihr etwas weit über den Wolken zeigen. Er weiß … oder vermutet, dass sie noch nie so hoch geflogen ist, das sind die wenigsten, aber es muss sein, wenn sie begreifen will. Mulmig ist ihr schon, wenn sie an dieses Vorhaben denkt, aber letztendlich ist die Neugierde viel zu stark, um kneifen zu können. Er erklärt ihr, dass sie dicht hinter ihm fliegen soll und sobald er sie dazu auffordert, soll sie die Luft halten. Sie versteht wieder nicht und setzt zur Nachfrage an. Er unterbricht sie und bittet lediglich darum, zu tun, was er sagt. Die Erklärung würde von selbst folgen. Zögernd gibt sie ihr Einverständnis und beide treten den Weg in die unbekannten Höhen an. Mit jedem weiteren Meter wird es unangenehmer, die Luft dünner. Sie fragt sich schon, wann er endlich anhalten würde … ob ihn ein Ende irgendwann zum Anhalten bringen würde und wo sein Ziel sei. Sie will ihn gerade fragen, da wird er langsamer, dreht sich zu ihr um und sagt ihr, sie solle nun die Luft anhalten und nicht mehr atmen, egal was passieren würde. Sie stimmt zu, beide halten die Luft an und fliegen weiter. Plötzlich sieht sie, was sein Ziel ist: Die Kupel, die ihre Welt zusammen hält. Sie waren am Ende ihrer Welt angekommen. Aber warum bringt er sie her? Da sieht sie es. Die glatte Fläche der Kuppel ist von einem langen Riss gekennzeichnet. Als hätte ein Löffel von gigantischen Ausmaß versucht die Kuppel wie ein Ei zu köpfen. Als ihr bewusst wird, was dieser Riss für Gefahren für ihr Volk bedeutet, stockt ihr der Atem, den sie vergessen hat weiterhin anzuhalten. Sie atmet etwas ein, von dem ihr schon als Kind erzählt wurde, sie dürfe es nie einatmen. Man geht sonst daran zu grunde. Ihr wird schwarz vor Augen, sie taumelt … und fällt.
Als sie die Augen wieder aufschlägt, liegt sie auf einer grünen Wiese. Über ihr gebeugt der Neue, der sichtlich aufatmet, als er sie wieder bei Bewusstsein sieht. Er hatte Mühe gehabt, sie einzuholen, als sie fiel, konnte am Ende aber doch gerade so den Sturz noch abfangen. Sie hatte nicht viel von der giftigen Luft eingeatmet, die außerhalb der beschützenden Glaskuppel existierte und nun durch diesen unheilvollen Riss langsam in ihre Welt eindrang. Aber ihre Lungen wurden noch mit genug von dieser Luft gefüllt, um davon ohnmächtig zu werden.
So langsam dämmert ihr, was er versucht Nachmittag für Nachmittag im Klassenraum herzustellen. Ihr ist jedoch eins noch immer nicht klar. Woher weiß er, dass sich das kleine Glasstück, das er vorhin entdeckt hat, von anderen Glasstücken unterscheidet, worin es sich unterscheidet und dass es wirklich aus der gleichen Substanz wie die Glaskuppel, die ihre Welt umgibt, besteht
Zurück im Klassenraum, machen sie sich daran zu schaffen, diesen aufzuräumen. Sie wollen dabei genau darauf achten, welche Substanzen vorhin herumgeflogen waren und demnach im Kessel gelandet sein könnten, um so die essenzielle Zutat doch noch heraus zu finden. Weit kommen sie nicht, denn plötzlich erbebt die Erde. Die gerade ordentlich in den Schrank verstauten Sachen fliegen erneut herum, während die beiden versuchen, unter den Lehrertisch zu kriechen, um nicht von den herumfliegenden Sachen erschlagen zu werden. Das Erdbeben scheint minutenlang anzuhalten, als es endlich langsam abklingt. Frustriert ruft sie aus, dass beide nun wieder von vorne anfangen müssen. Ihre Begeisterung hält sich in Grenzen. Als sie unter den Tisch hervorkriecht sieht sie neben sich auf dem Boden die kleine Glasscherbe, die für ihr gesamtes Volk von so großer Bedeutung ist. Sie ist entzwei gebrochen. Sie hebt sie vorsichtig auf und dreht sich zu ihm um, der noch immer unter dem Tisch sitzt und ebenso auf die Glasscheibe starrt.
“Die Erdbeben sind für den riesigen Riss in der Glaskuppel verantwortlich, hm?!” Er sieht von der Glasscherbe auf und blickt ihr direkt in die Augen. Langsam bewegt er nickend seinen Kopf.
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Ich seh den Klassenraum noch immer vor mir … der Traum dürfte jetzt weit über einen Monat her sein. Und dennoch seh ich noch immer diesen Klassenraum vor mir – die Glasfensterwand, von der der Klassenraum halbseitig umgeben ist. Wenn man dort hinaus schaut, ist da überall Wasser. Meterweit entfernt befindet sich erst das nächste Glasgebäude.
seufz
So lange her ist es und lässt mich noch immer nicht los. Keine Ahnung, was ich damit machen soll.
Und so geht’s mir ständig mit intensiven Träumen. Kann sie detailgetreu wiedergeben und es dauert noch lange, bis ich sie vergesse. Wenn Träume doch angeblich Dinge aus dem Unterbewusstsein wiederspiegeln, was soll mir DAS denn dann jetzt bitte sagen? ^^