Donnerstag, 26. Juli 2007
… mittels Reparatur-Pinsel-Werkzeug oder Ausbessern-Werkzeug
Zumindest demjenigen, der keinen Papierhintergrund verwendet, sollten die lästigen Falten im Hintergrund bekannt sein. Nur wie wegbekommen?
Klar, man kann vor dem Shooting mal eben zig Meter bügeln – insofern der Stoff zum Bügel überhaupt geeignet ist. Naja, ICH zumindest hab dazu keine Lust – also muss ‘ne Möglichkeit her, das auch per EBV zu regeln. Klar, da wär das Klonen – aber so ganz astrein ist das doch nicht – und wer hat schon Lust, stundenlang irgendwelche Fältchen wegzuklonen?
Ich arbeite hier mit Photoshop CS2 … ob es mit anderen Versionen, bzw. gar anderen Bildbearbeitungsprogrammen auch geht, müssten man dann herausfinden.
(Es gibt hier noch ein anderes Tutorial, in dem beschrieben wird, wie man die Falten wegbekommt – aber möglicherweise bedingt ein bestimmtes Bearbeitungsprogramm nur eine der beiden Möglichkeiten, daher nenne ich beide.
Vorteil hier gegenüber dem Faltentutorial mittels Zauberstab: Wenn Motiv und Hintergrund die gleiche Farbe haben, könnte es schwierig werden, mit dem Zauberstab zu arbeiten – da bietet sich vielleicht eher diese Variante an, auch wenn sie zeitintensiver ist.
Nachteil: Die Variante ist, wie bereits erwähnt, zeitintensiver. Auch kann man mit dem Reperatur-Pinsel-Werkzeug oft nicht nah genug an’s Motiv heran, weil’s dann komische Flecken gibt. So können Falten direkt am Motiv nur schwer beseitigt werden.)
Also fangen wir an … wir haben ein Ausgangsbild, auf dessen fotografischen Aspekt wir jetzt nicht genauer eingehen und auch nicht genauer hinsehen – hier interessieren nur die Falten. *ggg*
Es ist auch nicht zugeschnitten, damit wir schön viele Falten zum eliminieren haben
Also … das Ausgangsbild – das sind noch verlgeichsweise wenig Falten (der Stoff kam da gerade aus der Reinigung, ich hab also normalerweise zehntausend mehr Falten *g*) :

Ich werde mit dem “Pflaster” – dem Reperatur-Pinsel-Werkzeug arbeiten (danke Heike
) :

Dieses Werkzeug hat dem Klonwerkzeug den Vorteil gegenüber, dass das Geklonte sich der Farbe anpasst, auf die es “gelegt” wird. So machen große Farbunterschiede zwischen geklonter Stelle und zu übermalenden Falten nicht wirklich was aus. Nun könnte man sich einfach die glatteste Stelle aus dem Bild suchen und damit die Falten “übermalen”. (Man kann das ganze auch mit dem Ausbessern-Werkzeug machen. Damit umkreist man dann die Falten und zieht die Auswahl dann einfach auf die erweiterte einfarbige Fläche.)
Das Problem dabei ist, dass man die kleinsten Falten nicht sieht und so der Hintergrund komisch wirken könnte, da man lauter kleine Minifalten über große Falten legt.
Also erweiter ich mir die Arbeitsfläche zunächste um einen einfarbigen Bereich – bei dem kann ich mir dann sicher sein, dass er auch 100% glatt ist.
Das mache ich dort:

Im sich öffnenden Fenster stell ich zunächst ein, dass mir Höhe und Breite in Pixel angegeben wird. Dann wähle ich die Position. Es reicht, wenn ich das Bild einfach in der Breite ein wenig erweitern – egal in welcher Richtung. Ich nehm hier einfach mal die Erweiterung auf der rechten Seite. Dazu klick ich auf den mittleren Pfeil ganz links (der wird dann zu einem weißen Kästchen) – die Pfeile zeigen an, nach wohin die Erweiterung statt findet.
Die Pixelzahl der Höhe belass ich dann so, wie sie ist – ich wollte ja die Erweiterung zum besseren Arbeiten rechts schaffen – also in der Breite. Da erhöhe ich die Pixelzahl einfach um 1000 (einfach, damit genug Erweiterung da ist zum arbeiten, das kann von Bild zu Bild varieren). Da mein Hintergrund vom Bild weiß ist, nehm ich auch als Erweiterungsfarbe (”Hintergrund”) weiß. Das ganze sieht dann so aus:

Dann nur noch auf OK klicken und fertig ist die Erweiterung.

Dann wähle ich das Reperatur-Pinsel-Werkzeug aus und belasse die Einstellungen wie sie sind – vielleicht verändere ich den Durchmesser – das kann dann auch je nach Falte unterschiedlich sein.
Während ich die ALT-Taste nun gedrückt halte, klick ich einmal in unsere Erweiterung (wenn man von unten nach oben arbeitet, sollte man soweit wie möglich unten auf der Erweiterung klicken, da sich das beim malen dann hoch zieht und man nicht über den Rand des Bildes kommen sollte – das würde nämlich neue “Falten” schaffen) und such mir dann mein erstes Opfer: eine Falte. *g*
Über diese male ich nun (ich muss die ALT-Taste nun nicht mehr halten). Das sieht dann kurz so aus, als hätte man einfach mit weißem Pinsel drüber gemalt:

Und danach? Falte weg:

Das ganze mach ich dann auch mit den restlichen Falten. Ich mal manchmal sogar noch über die Stellen, die recht glatt aussehen, damit ich auch wirklich alle Falten wegbekomme. Wenn es nah an den Körper geht, empfiehlt es sich, den Durchmesser des Werkzeugs ganz klein zu wählen, auf 100% zu Zoomen und ganz vorsichtig lang malen. Einfach mal probieren, da findet man schon das beste raus. Ansonsten – mich persönlich stören kleine Falten, die an einem Fuß sind, der rumgekrunschelt hat nicht allzu sehr.
Muss man alles probieren.
Hier sind die Falten weg:

Im Grunde sind wir hier auch schon fertig … sonstige Bearbeitungsarbeiten sind dann individuell vorzunehmen. 
Ach ja … die Erweiterung kann man dann natürlich über das Freistellungswerkzeug

los werden, in dem man das Bild dann passend zu schneidet
So sollte jeder faltenreiche einfarbige (es darf ruhig eine andere Farbe als schwarz/weiß sein, da die Farbe nicht die Rolle spielt beim “Pflaster” – vielleicht sollte man dann aber bei der Erweiterung wenigstens eine ähnliche Farbe wie die vom Hintergrund wählen) Hintergrund zum faltenfreien Hintergrund werden – egal wieviele Falten. Mehr Falten ziehen nur intensivere Bearbeitung nach sich.
Ich habe fertig. *g*
Kleiner Tipp am Rande … Monitor vorher gründlich reinigen, sonst sieht was nach Falte aus, was gar nicht Falte ist, sondern Dreck auf’m Monitor
*ggg*
Hoffe, das hilft einigen. Ich arbeite so sehr gerne und so lange ich mobil bleiben muss, geht kein Papierhintergrund. Und die Faltenentfernung nimmt auch nicht SO viel Arbeit in Anspruch.
Sue